Stiftung Umweltpreis
der Sparkasse Pforzheim Calw

Die Stiftung Umweltpreis wurde 1995 von der damaligen Kreissparkasse Calw ins Leben gerufen. Alle zwei Jahre vergibt die Stiftung einen Umweltpreis, welcher im Zuge einer öffentlichen Veranstaltung verliehen wird. 

Der Hauptpreis beträgt 10.000 EUR.

Der Preis wird verliehen für:

  • herausragende Leistungen im Bereich von Forschung, Entwicklung und Innovation, die dem Umweltschutz und der Gesundheitsvorsorge dienen
  • die engagierte und erfolgreiche Vermittlung von Wissen, wie sich technische, wissenschaftliche und sozioökonomische Entwicklungen auf die natürlichen Lebensgrundlagen auswirken können

Kuratorium

Vier Professor:innen aus ganz Deutschland, ein Wissenschaftsjournalist, Landrat Helmut Riegger, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Pforzheim Calw Sven Eisele und Hans Neuweiler bilden ein Kuratorium, das über die Vergabe des Umweltpreises entscheidet.

Vorsitzender

Landrat Helmut Riegger

Landrat des Landkreises Calw

Prof. Dr. Johannes Steidle

Universität Hohenheim, Fachgebiet Chemische Ökologie

Dr. Paul Janositz

Freier Journalist

Hans Neuweiler

Stv. Vorsitzende

Prof. Dr. Andrea Hartwig

Karlsruher Institut für Technologie, Institut für Angewandte Biowissenschaften

Prof. Christoph Kuhn

Technische Universität Darmstadt, Fachbereich Architektur

Prof. Dr. Reinhard Rauch

Engler-Bunte-Institut Karlsruhe, Fachgebiet Chemische Konversion Erneuerbarer Energien

Sven Eisele

Vorstandsvorsitzender Sparkasse Pforzheim Calw

Sven Eisele, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Pforzheim Calw

Stiftung Umweltpreis vergibt Umweltpreis 2025

Die Umweltstiftung der Sparkasse Pforzheim Calw zeichnet vier Preisträger mit dem Umweltpreis 2025 aus. Die Verleihung der mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Preise fand am 30. April 2025 in der Sparkasse in Calw statt. 

Die Preise gehen an:

Dr. Jingyuan Xu und Dr. Gan Huang, KIT Karlsruhe für Bio-inspired photovoltaic leaf
Charlotte Braun, Reutlingen, Research Institute/Hochschule Reutlingen für ZellPumpM
Dr. Marcus Adam, Hochschule Reutlingen, TEXOVERSUM Fakultät Textil für den Seminarkurs Mode und Nachhaltigkeit
ForscheHilda AG des Hilda Gymnasium Pforzheim und Hector Seminar für besonders gute Projektarbeiten

Preisträger:innen mit Laudator:innen Prof. Dr. Andrea Hartwig, Prof. Dr. Claudia Plappert, Prof. Dr. Reinhard Rauch und Dr. Paul Janositz sowie dem Vorstandsvorsitzenden Hans Neuweiler und dem stv. Vorstandsvorsitzenden Sven Eisele.
Preisträger:innen mit Laudator:innen Prof. Dr. Andrea Hartwig, Prof. Dr. Claudia Plappert, Prof. Dr. Reinhard Rauch und Dr. Paul Janositz sowie dem Vorstandsvorsitzenden Hans Neuweiler und dem stv. Vorstandsvorsitzenden Sven Eisele.

Dr. Jingyuan Xu und Dr. Gan Huang, Ingenieure am Institut für Mikrostrukturtechnik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), erhalten einen Umweltpreis in Höhe von 7.500 € für den Entwurf eines bioinspirierten Photovoltaikblatts, also eines Moduls, das sich von Pflanzen inspirieren lässt. 

Die Grundlage bildet die Fähigkeit von Photovoltaikanlagen, Sonnenlicht direkt in elektrische Energie umzuwandeln. Zu hohe Sonneneinstrahlung kann jedoch die Effektivität der Photovoltaik-Anlage senken, da nur ein Teil der Sonnenenergie in Strom verwandelt wird. Die restliche Sonnenenergie heizt das PV-Modul auf, wodurch die Stromausbeute geringer wird. 

Die von Dr. Jingyuan Xu am KIT geleitete Arbeitsgruppe entwickelte nun eine Anlage, die Wärme aus der Photovoltaik-Zelle abführen kann, wodurch die Temperatur sinkt, so dass die Stromausbeute wieder steigen kann. Experimente zeigen, dass die im PV-Blatt eingebaute Methode der Flüssigkeitsausscheidung (Transpiration) bei einer Sonneneinstrahlung beispielsweise von 1000 Watt pro Quadratmeter etwa 590 Watt pro Quadratmeter abführen kann. Dadurch wird die Temperatur der PV-Zelle um etwa 26 °C gesenkt und die Stromausbeute steigt um rund 14 Prozent. Für diesen Effekt sind weder Pumpen, eine Steuereinheit oder teure poröse Materialien erforderlich. Ähnlich wie es die Blätter an Bäumen schaffen, kann das PV-Blatt das Ausmaß der Transpiration entsprechend seiner inneren Struktur und der Umgebungstemperatur steuern. 

In heißen und trockenen Klimazonen bildet das PV-Blatt bei Sonneneinstrahlung von 1000 Watt pro Quadratmeter zusätzliche 1,1 Liter Süßwasser pro Stunde und Quadratmeter. Dabei verbessert sich der elektrische Wirkungsgrad um etwa 10 Prozent, womit zusätzliche Wärmeenergie erzeugt wird. 

Wagt man eine Vorausschau auf das Jahr 2050 mit geschätzten 100 Sonnentagen und einem Wirkungsgrad von 20 Prozent so dürften die installierten PV-Module, die alle eine Blatt-Struktur besitzen, etwa 8,5 Terrawatt (1 TW entspricht1 Milliarde Kilowatt) erzeugen und könnten damit jährlich mehr als 40 Milliarden Kubikmeter Süßwasser produzieren. Das entspricht etwa 80 Prozent des gesamten Wasservolumens im Bodensee. Damit würde die weltweite Wasserversorgung deutlich verbessert werden. 

Verwendet man kostengünstige und umweltfreundliche Materialien zur Herstellung des PV-Blattes, so erzielt man durch die zusätzliche Stromerzeugung sogar einen finanziellen Gewinn. Die Kosten für die Komponenten wie Hydrogel, Faserbündel, Stützgewebe und Rohrleitungen erhöhen die Kosten gegenüber einem kommerziellen PV-Modul nur um etwa zwei Prozent. Mit der aktuellen Prognose, dass die globale PV-Kapazität bis 2050 mehr als 22 Terrawatt erreichen wird und mit der Annahme, dass 30 Prozent der PV-Module Zugang zu Wasserressourcen als Kühlmittel haben, lässt sich eine weltweit zusätzliche Stromerzeugung von etwa 650 GW (1 Gigawatt entspricht eine Million Kilowatt) annehmen. 

Das PV-Blatt kann zudem auch sehr gut Meerwasser nutzen, das weitaus häufiger verfügbar ist als Süßwasser, ohne seine Wärmeleistung wesentlich zu beeinträchtigen. Ähnlich wie die Transpiration von Bäumen kann das PV-Blatt seine Transpirationsrate entsprechend den Veränderungen seiner inneren Bedingungen und der Umgebungstemperatur steuern.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich die Kapazität von Solaranlagen mit dem hocheffizienten, bioinspirierten PV-Blatt vielversprechend steigern lässt, ohne auf zusätzliche komplizierte und teure Komponenten angewiesen zu sein. Dies eröffnet das Potenzial, die globalen Herausforderungen des steigenden Energiebedarfs und der Süßwasserknappheit zu lösen und den Wettlauf zur Netto-Null-Emission zu beschleunigen. 

Dr. Jingyuan Xu forscht am KIT an emissions- und umweltfreundlichen Heiz- und Kühltechnologien. Nach Stationen in London und Cambridge kam sie 2023 nach Karlsruhe. Sie ist Trägerin zahlreichen nationaler und internationaler Auszeichnungen. 

Charlotte Braun, Master of Science in Textiltechnologie an der Hochschule Reutlingen erhält einen Umweltpreis in Höhe von 7.500 € für das Projekt ZellPumpM (das Mark der Sonnenblume für nachhaltige Produktlösungen im Bereich Verpackung und Transport nutzen)

Sonnenblumen sind nicht nur schön anzusehen, die Kerne der Pflanze aus der Familie der Korbblütler können neben der Ölgewinnung auch für Backwaren oder geröstet als Ersatz für Kaffee oder Trinkschokolade verwendet werden. Ihre schönen Blüten, die sich tagsüber der Sonne zuwenden, motivierten auch Künstler wie Vincent van Gogh, Claude Monet oder Gustav Klimt zu herrlichen Stillleben. 

Ganz anders geht eine Wissenschaftlerin von der Hochschule Reutlingen an die schöne Blume heran. Das Mark der Sonnenblume besteht ja nicht aus Fasern, sondern bildet das Gewebe der Pflanze. Charlotte Braun, (M.Sc. in Textiltechnologie), erforscht nun, ob sich das Mark als Werkstoff für nachhaltige und innovative Produktlösungen im Bereich Verpackung und Transport nutzen lässt. „Hinsichtlich Aspekten von Umwelt und Nachhaltigkeit ist das Mark der Sonnenblume als revolutionär einzuschätzen“, sagt die Forscherin, die im Team von Professor Dr. Ing Volker Jehle an ihrer Promotion arbeitet. 

Wie sieht nun eine ganzheitliche Lösung in der Entwicklung nachhaltiger Verpackungsmittel aus? Das Projekt „ZellPumpM“ zeigt auf, wie derzeit noch etablierte auf Erdöl basierende Verpackungsmittel mittels Pump Moulding (Faserguss) umweltfreundlich ersetzt werden können. Es geht um nachwachsende, heimische Alternativen, die zu ihrer Gewinnung wenig Energie, Wasser oder andere Rohstoffe verbrauchen. Es sollten möglichst keine neuen Anbauflächen nötig sein und zudem – das wäre die Krönung – sollte die Lösung wirtschaftlich attraktiv sein. Diese anspruchsvollen Ziele sind weitgehend erreichbar, wie die Reutlinger Forscherin bereits nachgewiesen hat. 

Anders als Faserstoffe, wie etwa der Bambus, der auch zur Herstellung von Verpackungsmitteln genutzt wird, gehört die Sonnenblume bereits zur regionalen Kulturlandschaft. Das Projekt zeigt nun, wie sich ein solches Nebenprodukt des regionalen Pflanzenanbaus zum Paradebeispiel nachhaltiger Werkstoffentwicklung profilieren kann. 

Die Sonnenblume wird weitgehend ohne chemische Düngemittel oder Pestizide aufgezogen. Die nach der Ernte übrigen Pflanzenbestandteile werden zerkleinert und in den Boden eingearbeitet. Bei den Reutlinger Experimenten konnte zudem gezeigt werden, dass Wasser ausreicht, um das Sonnenblumenmark zu verarbeiten. Unterschiedliche Eigenschaften, wie etwa ob es sich um zwei- oder dreidimensionale Verpackungsstoffe handeln soll, lassen sich durch Größe der Partikel und Verdichtung der Mischung erzielen. Da der gewonnene Werkstoff weder chemische Zusätze enthält, noch ein Verbundstoff ist, sind Herstellung, Verwendung und Entsorgung als gesundheits- und umweltfreundlich zu bewerten. Verpackungen, die aus dem Mark der Sonnenblume entwickelt wurden, können also auch dazu beitragen, Abfallmengen zu reduzieren, die sonst deponiert oder energetisch verwertet werden müssen. 

Als besonders geeignet sieht Charlotte Braun ihr Sonnenblumenmark-Produkt beispielsweise als Fixierverpackungen, also für Verpackungen, die oft für Medikamente, Münzen, Kosmetik oder Hygieneartikel verwendet werden. 

Ein Preis in Höhe von 2.500 € geht an Dr. Marcus Adam, Professor an der Hochschule Reutlingen, TEXOVERSUM Fakultät Textil, für Konzeption und Durchführung des Seminarkurses „Mode und Nachhaltigkeit“.  

Der Textilsektor ist einer der weltgrößten Wirtschaftszweige mit rund 60 Millionen Beschäftigten. Der Umsatz hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Eine große Rolle spielt dabei der Trend zu „Fast Fashion“, eine Design-, Herstellungs- und Marketingmethode, die sich auf schnelle Produktion großer Mengen von Kleidung konzentriert. Die Produkte sollen äußerst günstig und schnell verfügbar sein. 

Um die Nachfrage nach der schnellen Mode zu verringern, ist es notwendig,  über die Entstehung der günstigen Kleidungsstücke und die damit verbundenen negativen Effekte für die Umwelt wie auch für die Bewohner der produzierenden Länder aufzuklären.

Eine wichtige Zielgruppe der Bekleidungsindustrie sind Jugendliche zwischen 14 und 18“ Jahren Besonders für sie ist Mode bedeutend, um Persönlichkeit, individuellen Stil und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder Subkultur zu Ausdruck zu bringen. Als Teil der Jugend- und Popkultur spielt Mode zudem eine verlockende Rolle in Musikvideos, Filmen und auf Social Media-Plattformen. 

Allerdings steht die Mode- und Textilindustrie wie kaum eine andere Branche für Massenproduktion und Überkonsum, Umweltverschmutzung, Wasserverbrauch, Energieeinsatz, prekäre Arbeitsbedingungen, hohe Mengen an Abfall und deren Entsorgung. Wenn die Jugendlichen zu verstehen lernen, wie ihr Handeln die Umwelt beeinflusst, können sie sich kritisch mit dem eigenen Handeln und dessen Auswirkungen auseinandersetzen und sich für eine verantwortungsvolle Haltung entscheiden. 

Diesem Ziel dient der Seminarkurs „Mode und Nachhaltigkeit“, den das Friedrich-List-Gymnasium Reutlingen und das TEXOVERSUM, die Textil Fakultät der Hochschule Reutlingen, seit dem Schuljahr 2023/24 durchführen. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, Eigenverantwortung, Forschungskompetenzen sowie Präsentations- und Kommunikationsfähigkeiten zu fördern. 

Der Seminarkurs findet wöchentlich auf dem Campus der Hochschule Reutlingen statt. Die Schüler*innen werden für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert und bekommen einen Einblick in die Arbeitsweise während des Studiums. Durchgeführt und betreut wird der Kurs von einem Lehrer des Gymnasiums und einem Professor der Hochschule. Die Teilnehmenden präsentieren die Ergebnisse ihrer Seminararbeit in einem Kolloquium, bevor sie die mündliche Abiturprüfung ablegen. 

Ein Preis in Höhe von 2.500 € erhält das Hilda Gymnasium Pforzheim und an das Hector Seminar für Bildung und Betreuung intensiver Projektarbeit zu Auswirkungen des Klimawandels 

Die vom Hilda Gymnasium und dem Hector Seminar gebildeten Arbeitsgruppen beschäftigten sich zusätzlich zum Schulunterricht intensiv mit den Auswirkungen des Klimawandels speziell auf Land- und Forstwirtschaft. In vier ausgezeichneten Projekten wurden nicht nur entstehende Schäden untersucht, sondern auch konstruktive Vorschläge zu deren Verringerung oder gänzlichen Vermeidung gemacht. 

Die mit dem Umweltpreis 2025 ausgezeichneten Arbeitsgruppen der ErfinderAG ForscheHilda werden von Dr.-Ing. Joachim Götz, Oberstudienrat am Hilda Gymnasium und Kursleiter am Hector-Seminar betreut. Zudem sind je nach Thema externe Experten beteiligt, von der Hochschule Pforzheim wie auch von Verwaltungsstellen wie Forst- oder Vermessungs- und Liegenschaftsämtern. Alle vier Projekte wurden zudem durch das Programm „mikro makro mint“ der Baden-Württemberg Stiftung gefördert. 

Zusätzlich zum Unterricht beschäftigt sich die ErfinderAG ForscheHilda mit Themen aus den MINT-Fächern (also Mathematik, Informatik, den Naturwissenschaften und Technik). Dabei spielen auch gesellschaftliche und entwicklungspolitische Aspekte eine wichtige Rolle. 

 

Umweltpreis

Unterstützung von
Forschung und
Entwicklung für eine
bessere Umwelt.

 

Bewerbung

Bewerben können sich Einzelpersonen, Gruppen, Unternehmen, Institutionen, Schulen oder Hochschulen.  Der Bewerberschwerpunkt für den Umweltpreis liegt überwiegend auf der Region Nordschwarzwald. Ist die eingereichte Innovation aber für die ganze Region nützlich, werden auch Bewerber aus dem ganzen Bundesgebiet zugelassen. Der Leistungsrahmen umfasst multiple Aspekte der Umweltproblematik und ist in den Statuten der Stiftung Umweltpreis geregelt. 

Bewerbung bis 30.11.2026

Umweltpreis 2021

Stiftung Umweltpreis vergibt Umweltpreise 2021

Preisträger 2021

Vergangene Preisträger

„Mast räumt bei Bundeswettbewerb ab“

Im letzten Jahr von unserer Sparkassenstiftung mit einem Umweltpreis in Höhe von 5.000 € (zusammen mit Partnerin Hannah-Marie Zakes) ausgezeichnet, erreicht Luise Florentine Mast mit

Wasserstoff jetzt!

Keine Nachhaltigkeit ohne Energiewende Prof. Dr. Robert Schlögl spricht zum Thema „Wasserstoff jetzt“. Der renommierte Chemiker geht zunächst auf die aktuelle durch den Ukrainekrieg hervorgerufene

Pfiffige Lösungen erhalten Sparkassen-Umweltpreise 2021

Auszeichnungen von 20 000 Euro in Calw verliehen – Dritter Preis an Schülerinnen aus Altensteig

Effektive Windräder, Trinkwassergewinnung in Afrika und die Vermeidung von Mikroplastik. Zu diesen Themen fanden die Teams, die mit dem Umweltpreis 2021 der Sparkasse Pforzheim Calw ausgezeichnet wurden, pfiffige Lösungen. Die Verleihung der mit insgesamt 20 000 Euro dotierten Auszeichnungen fand in der Calwer Sparkassen-Kundenhalle statt.

Hans Neuweiler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw, hob in seiner Begrüßung hervor, dass die Stiftung Umweltpreis bereits seit 1995 besteht und unterstrich, Umweltschutz sei für sein Haus keinesfalls nur „ein grünes Mäntelchen“. Bis 2035 soll die größte Sparkasse im „Ländle“ nämlich klimaneutral sein.

Drei Mitglieder des Stiftungs-Kuratoriums, dem Landrat Helmut Riegger vorsitzt, erläuterten die Preisvergaben.

Der mit 8 000 Euro dotierte Hauptpreis ging an drei Doktoranden der ZF Friedrichshafen für die Entwicklung eines Algorithmus, mit dem sich Schäden an Windkraftanlagen frühzeitig erkennen und so die Ausfallzeiten stark verkürzen lassen.

Drei Teams der ForscheHilda AG des Hilda Gymnasiums Pforzheim erhielten den zweiten Preis und 7 000 Euro. Sie haben sich intensiv mit technischen, gesellschaftlich und entwicklungspolitisch relevanten Projekten in Tansania befasst: der Trinkwassergewinnung, der Pflanzenzüchtung und der Versorgung isolierter Wohnbereiche mit elektrischer Energie.

Den dritten Preis – verbunden mit 5 000 Euro – erhielten zwei Schülerinnen des Christophorus-Gymnasiums Altensteig. Sie haben einen Filter entwickelt, der, in Waschmaschinen eingebaut, Mikroplastik effektiv aus dem Abwasser herausholen kann.

Der stellvertretende Kuratoriums-Vorsitzende Prof. Dr. Konrad Dettner machte in seiner Erläuterung deutlich, dass es bis zu 2 000 Jahre dauern kann, bis aus Plastikabfall in der Umwelt Mikroplastik entsteht. Statistisch gesehen produziert jeder Mensch davon vier Kilogramm pro Jahr. Mikroplastik entsteht hauptsächlich beim Waschen, durch Reifenabrieb und ist im Feinstaub enthalten. Es ist heute in der gesamten Wassersäule nachweisbar und auch der Mensch enthält große Mengen davon. Luise Florentine Mast und Hannah-Marie Zakes haben nach langen Versuchsreihen einen hochwirksamen Filter konstruiert, der verhindert, dass Mikroplastik ins Abwasser gelangt. Bei der technischen Umsetzung half die Friedrich Boysen AG.

Luise Florentine Mast und Hannah-Marie Zakes, Schülerinnen an Christophorus-Gymnasium Altensteig, erhielten einen mit 5 000 Euro dotierten Umweltpreis der Sparkassestiftung. Mit im Bild links der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Hans Neuweiler und Laudator Prof. Dr. Konrad Dettner.

Dr. Paul Janositz erklärte anschaulich, warum die ForscheHilde AG – bereits zum vierten Mal – mit einem Umweltpreis ausgezeichnet wurde. Die drei prämierten Teams fanden ihre Themen durch den Austausch mit einer Partner-Mädchenschule in Tansania. Nur 40 Prozent der Menschen dort haben Zugang zu sauberem Wasser. Die Stromversorgung fällt häufig aus, oft kommt der Strom aus Batterien, mit allen daraus folgenden Umweltproblemen. Eines der Hilda-Teams hat ein preiswertes System entwickelt, das der Luft mittels poröser Granulate Feuchtigkeit entzieht und dann wieder abgibt. Eine weitere Schülergruppe hat ein autarkes Gewächshaus mit optimierter Wachstumsrate und geringem Feuchtigkeitsverlust konstruiert. Und das dritte Hilda-Team hat sich ein Gleichspannungsnetz ausgedacht, das ländliche Gebiet mit 12- oder 24-Volt-Strom versorgen kann. Solarzellen erzeugen den Strom, Akkus speichern die Energie.

Schüler der ForscheHilda AG erhielten einen mit 7 000 Euro dotierten Umweltpreis der Sparkassenstiftung. Mit im Bild links der Leiter der ForscheHildaAG Dr. Joachim Götz, Laudator Dr. Paul Janositz und der stellvertretende Vorstandsvorsitzenden Hans Neuweiler

Die Innovation der Hauptpreisträger erklärte Prof. Dr.-Ing habil. Hermann Nirschl. Zwei junge Mathematik-Doktoranden und ein Ingenieur der ZF Friedrichshafen haben ein System realisiert, das Windkraftanlagen durch verringerte Wartungszeiten deutlich effizienter macht. Mit ihrem Algorithmus lassen sich Unregelmäßigkeiten in Windturbinen früh erkennen. Weil so Verschleiß rechtzeitig erkannt und durch schnelle Wartung behoben werden kann, sinkt die Ausfallzeit von durchschnittlich sieben auf nur noch drei Tage. Eine Ersparnis von jährlich 1,7 Millionen Kilowattstunden. Dafür erhielten Jonas Schmidt, Johannes Bernhard und Mark Schutera den Hauptpreis der Sparkassen-Umweltstiftung.

Bildunterschrift: Jonas Schmidt und Johannes Bernhard nehmen den mit 8 000 Euro dotierten Umweltpreis der Sparkassenstiftung in Empfang. Mit im Bild links der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Hans Neuweiler und Laudator Prof. Dr.-Ing. habil. Hermann Nirschl

Umweltforum

Seit 1998 findet in den Jahren zwischen den Preisverleihungen in Calw im Herbst ein Umweltforum mit einem für die Öffentlichkeit interessanten Thema statt.

Termine

Umweltforum am 16.11.2026 mit Prof. Dr.-Ing. Vera Meyer, TU Berlin

Rückblick

Wasserstoff jetzt!

Keine Nachhaltigkeit ohne Energiewende Prof. Dr. Robert Schlögl spricht zum Thema „Wasserstoff jetzt“. Der renommierte Chemiker geht zunächst auf die aktuelle durch den Ukrainekrieg hervorgerufene

Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin bei Fragen
zur Stiftung Umweltpreis ist:

Frau Katrin Zauner
c/o Stiftung Umweltpreis
Sparkassenplatz 1
75365 Calw